12.06.2013, von Jens Kühnel

Einsatz 05/2013: E-Gruppen Einsatz im Landkreis Meißen

Am 7.6. gegen 21 Uhr kam von der Geschäftsstelle Dresden der Einsatzauftrag für die Fachgruppe Elektroversorgung, den Aufbau eines Bereitstellungsraumes in der Nähe von Zeithain zu unterstützen. Die fünf kurz zuvor aus dem immer noch laufenden Einsatz in Coswig abgezogenen Helfer sammelten sich in Kamenz und...

Am 7.6. gegen 21 Uhr kam von der Geschäftsstelle Dresden der Einsatzauftrag für die Fachgruppe Elektroversorgung, den Aufbau eines Bereitstellungsraumes in der Nähe von Zeithain zu unterstützen. Die fünf kurz zuvor aus dem immer noch laufenden Einsatz in Coswig abgezogenen Helfer sammelten sich in Kamenz und begannen die zahlreiche Zusatzausstattung zu verladen. Da die Transportkapazität der Fachgruppe Elektroversorgung nicht ausreichte musste der LKW der Fachgruppe Logistik mit hinzugezogen werden. Gegen 23 Uhr konnten wir der Geschäftsstelle die vollständige Einsatzbereitschaft melden. In den nächsten beiden Tagen wurde dann damit begonnen den Bereitstellungsraum auf dem Gelände einer Mehrzweckhalle in Röderau aufzubauen. Unsere Aufgabe bestand darin die Fachgruppen Führung und Kommunikation, Logistik, Weitverkehrstrupp und Infrastruktur bei ihren Arbeiten zu unterstützen. Um den Helfern später eine möglichst geringe Wegezeiten zu ihren Einsatzort zu ermöglichen, wurde der Bereitschaftsraum sehr zentral im Einsetzgebiet angelegt. Was jedoch mit sich brachte das vor allem die Fachgruppe Infrastruktur bis zum Schluss mit Grund- und Abwasserproblemen zu kämpfen hatte.

Am Vormittag des 9.6. konnte die Fachgruppe Führung und Kommunikation die die Einsatzleitung bildete den vollständigen Betrieb aufnehmen und mit der Verteilung der anrückenden Einsatzkräfte beginnen.

An Nachmittag des 9.6. war der Aufbau zum größten Teil abgeschlossen. Also brachen wir gegen 19 Uhr zusammen mit drei Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und zwei weiteren Fachgruppen Elektroversorgung nach Nünchritz auf. Hier müssten mehrere Groß und Wohnflächen, sowie eine Tankstelle in der Nähe der Riesaer Straße vom Wasser befreit werden. Da eine bereits im Vorfeld durchgeführte Erkundung ergab, dass hier auch die Elektropumpen der Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen eingesetzt werden konnten, waren wir für deren Elektroversorgung sowie für die Ausleuchtung der Einsatzstelle verantwortlich. Wie für einen Einsatz dieser Größe üblich wurde hier Vorort eine Untereinsatzabschnittsleitung durch einen Zugtrupp errichtet und durch Schichtbetrieb der Einsatzkräfte konnten die Aggregate und Großpumpen rund um die Uhr betrieben werden. Gegen 21 Uhr konnten alle Pumpen und eine 250m lange Schlauchtrasse in Betrieb genommen werden.

Am 10.6 gegen 12 Uhr wurden wir durch das Eintreffen von unsern bis dato in Wurzen eingebundenen Zugtrupp samt zwei Helfern verstärkt. Da ein schnelles abarbeiten der kleineren Einsatzstellen möglich war, könnten zum Abend hin bereits zwei der der drei 175 KVA Stromerzeuger zurück in den Bereitstellungsraum verlegt werden. Darunter auch Kamenz.

Am 11.6. ging es zusammen mit dem Ortsverband Görlitz nach Lößnig einen Ortsteil von Strehla. Hier stand das Klärwerk am tiefsten Punkt des Ortes unter Wasser, was es davon zu befreien galt um deren Instandsetzung zu beschleunigen. Außerdem drückte das hier stehende Wasser in die Keller der umliegenden Gebäude. Ähnlich wie zuvor in Nünchritz versorgten wir die Elektropumpen des Ortsverbandes Görlitz mit Strom. Des Weiteren wurden für den nächsten Tag weitere Pumpen nachgefordert.

Am Morgen des 12.6. wurden von mehreren Bewohnern erste Rissen an ihren Häusern festgestellt. Daraufhin wurde das pumpen sofort eingestellt sowie Baufachberater des THW und ein unabhängiger Gutachter angefordert. Bis zu deren Eintreffen wurden an den betroffenen Gebäuden Gipsplomben angebracht, um weitere Gebäudebewegungen nachvollziehen zu können. Da selbst nach mehrstündiger Kontrolle nicht nachzuvollziehen war ob es sich um eine natürliche Bodensenkung oder um eine Folge des Abpumpens handelte wurde der Einsatz in Lößnig vorübergehend abgebrochen und wir kehrten gegen 22 Uhr nach Zeithain zurück.

Aufgrund des sich langsam zurückziehenden Oberflächenwassers konnte am 13.6. damit begonnen werden den überfluteten Bereich der B169 in Höhe Röderau zu entwässern. Hierfür richteten wir Vorort mit Hilfe unseres Zugtrupps eine Untereinsatzabschnittsleitung ein. Diese solte die Leitung der angeforderten Fachgruppen übernehmen. Des Weiteren bereiteten wir den Betrieb des 175 kVA Aggregates vor, dass später die elektrische Versorgung der Elektropumpen gewährleisten sollte. Parallel überwachten wir den Aufbau einer Schlauchbrücke aus Gerüstbauteilen einer Fremdfirma. Über diese sollte später, nachdem die Fahrbahn wieder frei gegeben wurde, das Restwasser abgepumpt werden um ein erneutes überfluten durch hereindrückendes Grundwasser zu vermeiden.

Im Laufe der folgenden Stunden nahmen wir von drei Ortsverbänden insgesamt 13 Elektropumpen in betrieb. Darunter 9 Wilo Abwasserpumpen, 3 Schmutzwasserpumpen, sowie eine ca. 500kg schwere 37kW starke Bergbaupumpe. Des Weiteren wurde durch den Ortsverband Paderborn ein 5000 l/min starke Hanibal Anhängerpumpe betrieben. Zu Spitzenzeiten kamen wir an dieser Einsatzstelle auf insgesamt ca. 45000 l/min und einen elektrischen Maximallast von 120 kW.

Außerdem wurde später unserer Untereinsatzabschnittsleitung die Führung von zwei weiteren Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen im ca. 2 km entfernten Promnitz anvertraut.

In den folgenden Tagen wurde der Betreib der Einsatzstellen durch einen 12 h Schichtbetrieb der Einsatzkräfte sichergestellt. Am Morgen des 18. 6. wurde nach mehrfacher Absprache mit den örtlichen Behörden eine erfolgreiche Beendigung der Einsätze an der B169 und in Promnitz beschlossen. Dies bedeutete, dass nach einem 4 stündigen Abbau unsere Helfer gegen 14 Uhr die Rückfahrt nach Kamenz antreten konnten. Nach einer ersten groben Nachbereitung konnten wir dann um ca. 19 Uhr die Heimfahrt antreten und uns nach einen über 2 Wochen langen Hochwassereinsatz auf die erste Nacht im eigenen Bett freuen. Am nächsten Morgen um 8 Uhr nahmen wir dann die abschließende Nachbereitung in Angriff. Somit konnten gegen 18 Uhr dieser Einsatz endgültig für beendet erklärt werden, in der Hoffnung das das nächste Jahrhunderthochwasser mehr als 11 Jahre auf sich warten lässt.

Nach Ende dieses Einsatzes standen insgesamt 155 NEA-Betriebsstunden und 3200l verbrauchter Diesel zu Buche.

Im Nachgang möchten wir uns im speziellen bei den Ortsverbänden Paderborn, Wolfhagen und Görlitz für die gute und professionelle Zusammenarbeit bedanken.


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